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Taskforce KI

Datum:
1. Apr. 2026
Von:
Tobias Jacobs

Von der Empfehlung zur Fortbildung - Wie die Taskforce KI das Projekt „KI für die Weiterbildung nutzbar machen. Haltung stärken, Praxis gestalten“ ermöglicht hat.

Am 28. Februar 2023 brachten die Regierungsfraktionen im nordrhein-westfälischen Landtag den Antrag „Chancen von Künstlicher Intelligenz im Bildungswesen und in der Forschung nutzen und Herausforderungen souverän begegnen“ ein. Angesichts der rasanten Entwicklung generativer KI forderte der Antrag einen breit angelegten Dialog zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Nordrhein-Westfalen sollte seine umfangreiche Expertise in der KI-Forschung einbinden, um den kompetenten und verantwortungsvollen Einsatz von KI-Anwendungen in Bildungseinrichtungen zu stärken.

Auf Initiative des Center for Advanced Internet Studies (CAIS) und in Abstimmung mit der Staatskanzlei, dem  Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) sowie  dem Ministerium für Schule und Bildung (MSB) wurde daraufhin im September 2023 die Taskforce „Künstliche Intelligenz im Bildungswesen“ gegründet. Ihr gehören Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Landesverwaltung und Bildungspraxis an. Mit diesem Dokument legt die Taskforce der Landesregierung gemeinsame Empfehlungen vor, wie KI entlang der gesamten Bildungskette verantwortungsvoll in Lehr- und Lernprozesse integriert werden kann.

Auch die LAG KEFB in NRW war Teil der Taskforce. Mit ihrer Fachexpertise brachte sie die Perspektive der gemeinwohlorientierten Weiterbildung ein.

Nach intensiven Diskussionen und Abstimmungen wurden dem Landtag im Jahr 2024 die Empfehlungen der Taskforce übergeben.

Ein wichtiger Punkt der Empfehlungen sind die KI-Fortbildungen. Für den Weiterbildungsbereich schlägt die Taskforce folgende Maßnahmen vor:
● Entwicklung von wissenschaftsbasierten Fortbildungsangeboten für lehrendes, planendes und administratives Personal in Weiterbildungseinrichtungen für die Vermittlung von KI-Grundkenntnissen über die kritische Reflexion ethischer Dimensionen bis zur Bereitstellung didaktischer Anwendungen
● Entwicklung von Qualifizierungsangeboten für Personal in den Weiterbildungseinrichtungen zu „Beauftragten für Fortbildung zu KI“ („Train the Trainer“)● Niedrigschwellige Fortbildungsangebote im KI-Bereich für neben- und freiberufliche Beschäftigte in der Weiterbildung

Um diese Fortbildungen für die Weiterbildungspraxis entwickeln zu können, wurde die Supportstelle Weiterbildung (QUA-LiS NRW) mit dem Projekt „KI für die Weiterbildung nutzbar machen. Haltung stärken, Praxis gestalten“ beauftragt und dabei entstand auch der Lenkungskreis „KI für die Weiterbildung nutzbar machen“.

 

LENKUNGSKREIS „KI FÜR DIE WEITERBILDUNG NUTZBAR MACHEN“

Die Supportstelle Weiterbildung (QUA-LiS NRW) führt alle Projekte in enger Zusammenarbeit mit Partner:innen aus der Weiterbildungspraxis und Wissenschaft durch. So auch in dem Projekt „KI für die Weiterbildung nutzbar machen. Haltung stärken, Praxis gestalten“. Aus allen beteiligten Kooperationspartner*innen, darunter die vier großen Landes  organisationen sowie Einrichtungen mit ausgewiesener Expertise, wird ein beratendes und unterstützendes Gremium gebildet. Dieser Zusammenschluss wird „Lenkungskreis“ genannt, da er durch seine Beratungsleistung Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung des Angebotes und die Ausgestaltung von OER-Materialien üben kann. Die Supportstelle Weiterbildung lädt mehrmals im Jahr die Mitglieder des Lenkungskreises ein. Im Lenkungskreis bündeln sich die vielfältigen Expertisen aller Kooperationspartner:innen. So bringt sich die LAG KEFB nicht nur als Mitglied des Lenkungskreises ein, sondern hat auch aktiv am Empfehlungspapier der Taskforce KI mitgewirkt. Diese enge Zusammenarbeit schafft wert- volle Synergien, von denen die Qualifizierungsreihe spürbar profitiert.

EMPFEHLUNG: NUTZUNG VON VORHANDENEN ANGEBOTEN

Als zentrale und trägerübergreifende Unterstützungseinheit der gemeinwohlorientierten Weiterbildung greift die Supportstelle Weiterbildung (QUA-LiS NRW) Empfehlungen der Taskforce KI auf und setzt sie in ihrer wissenschaftsnahen Qualifizierungsreihe „KI für die Weiterbildung nutzbar machen. Haltung stärken, Praxis gestalten“ um. Die Reihe richtet sich an planendes Personal in gemeinwohlorientierten Weiterbildungseinrichtungen und adressiert sie mit unterschiedlichen Formaten. So trägt das Angebot der Hetero genität der Adressat*innen sowohl in ihrem Kompetenz profil als auch in ihren individuellen Lernbedarfen Rechnung.  Neben der Vermittlung von KI-Grundkenntnissen und  niederschwelligen Zugangsmöglichkeiten zum „Sich-Ausprobieren“ (z. B. in der KI-Werkstatt) oder der kritischen  Reflexion ethischer und rechtlicher Dimensionen (z. B. in KI: Eine juristische Einführung) gibt es im Speziellen auch Train the Trainer-Angebote wie die Multiplikator:innenModule im Bereich KI-Schulung und KI-Strategieent wicklung. 

Die Qualifizierungsreihe greift die Empfehlungen der Taskforce KI auf und verstätigt sie, indem sie Synergien aus vorhandenen Angeboten bündelt, anpasst (wie zum Beispiel KI für Alle, wb-web) und dort, wo noch nichts entwickelt wurde, in Abstimmung mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft und in Kooperation mit Partner*innen aus der Weiterbildungspraxis und Wissenschaft neue trägerüber greifende Angebote schafft.

So folgen wir den Empfehlungen, bestehende Netzwerke zu nutzen und Angebote zu kuratieren. Dazu zwei konkrete Beispiele: Dank des breiten Netzwerks des Center for Advanced Internet Studies konnte die Supportstelle Weiterbildung (QUA-LiS NRW) mit dem Heine Center für Artifical Intelligence and Data Science (HeiCAD) der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf zusammenkommen und über den Transfer des Kurses „KI für Alle“ für die Zielgruppe der Weiterbildung beraten. Als Ergebnis ist nun ein kompakter Selbstlernkurs „KI für die Weiterbildung: Grundlagen“ aus kuratierten Inhalten des Ursprungskurses entstanden. Ein weiteres Beispiel ist die Nutzung von Einbindung von bestehenden OER-Materialien. Im Rahmen der Qualifizierung konnte auf einen großen Fundus an OER-Materialien zur KI in der Bildung und Lehre, sei es in Form von Dossiers, Handlungsempfehlungen oder Checklisten auf wb-web des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, zurückgegriffen werden. Auch diese sind in die Erstellung des Selbstlernkurses eingegangen. 

 

EMPFEHLUNG: TRAIN THE TRAINER

Entwicklung von Qualifizierungsangeboten für Personal in den Weiterbildungseinrichtungen zu „Beauftragten für Fortbildung zu KI“  („Train the Trainer“) Mit den angebotenen Multiplikator:innen-Modulen zu den Schwerpunkten KI-Schulungskonzept und KI-Strategie greift die Qualifizierungsreihe die von der Taskforce KI vorgeschlagene Empfehlung auf, neben niederschwelligen Fortbildungsangeboten explizit auch Train-the-Trainer-Module anzubieten. So werden Teilnehmende befähigt, selbst zu Multiplikator*innen zu werden, um gestärkt selbstständig Entscheidungen für die Einrichtung treffen oder ihre Leitungen entsprechend beraten zu können. Im Schwerpunkt „Schulungskonzept entwickeln“ beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der Frage, wie Schulungskonzepte zu KI in der eigenen Organisation verankert und nachhaltig gestaltet werden können. Dazu gehört vorab zu verstehen, nach welchen Mustern generative KI funktioniert, sie reflektieren zu können, aber auch erkennen zu können, welche Herausforderungen sich in der Arbeit mit generativer KI ergeben können. Diese essenziellen Meilensteine fließen in die Entwicklung von einrichtungsspezifischen KI-Schulungskonzepten der Teilnehmenden ein. Neben dem pädagogisch-didaktischen Handwerkszeug lernen die Teilnehmenden Grundlagen des systemischen Denkens kennen, um Prozesse wie die Umsetzung eines neuen Schulungskonzepts organisationsweit verankern zu können. Hierfür erlernen sie im Speziellen lösungsorientierte Ansätze für Herausforderungen, die sie als KI-Multiplikator*innen erwarten. 

Wie eine einrichtungsinterne KI-Strategie erarbeitet und mithilfe von systemischen Change-Management-Ansätzen nachhaltig implementiert werden kann, wird im Schwerpunkt „KI-Strategie entwickeln“ behandelt. Das Modul richtet sich sowohl an Teilnehmende, die bereits eine Strategie entwickelt haben, als auch an diejenigen, die noch am Anfang stehen. Gemeinsam werden Meilensteine der Strategie erarbeitet und bestehende Strategie-Punkte reflektiert. Sobald eine fertige Strategie steht, beginnt die eigentliche Arbeit. Um möglichen Herausforderungen in der Begleitung von Veränderungsprozessen gestärkt zu begegnen, ler- nen die Teilnehmenden auf Grundlage des systemischen Change-Managements Werkzeuge kennen, die sie gewinnbringend für ihren Prozess einsetzen können.

Am Beispiel der Taskforce KI und dem Projekt „KI für die Weiterbildung nutzbar machen. Haltung stärken, Praxis gestalten“ zeigt sich, wie bereichernd Kooperationen und Netzwerke sind und welche Potenziale sich daraus für  die Weiterentwicklung des Bildungssystems ergeben. Die diversen Expertisen sorgen für den Bedarfen der Weiterbildung angepasste Fortbildungen, Inspirationen für zukünftige Projekte, neue Zusammenarbeiten und stetige Weiterentwicklungen des Themas KI. Die Fortbildungsreihe ist dieses Jahr gestartet und wird im nächsten Jahr weitergeführt. Wir freuen uns auf die weiteren Entwicklungen und die gemeinsame Gestaltung des Projektes.